Ausgrabungen Ostia Antica

Ausgrabungs- und Forschungsprojekt in der antiken Hafenstadt Rom

Die Ruinenstadt Ostia Antica zählt heute zu den bedeutendsten Ausgrabungsstätten der römischen Welt. Das Ostia-Forum-Projekt hat sich seit 2016 das Ziel gesetzt, alle antiken Hinterlassenschaften im Stadtzentrum der antiken Hafenmetropole Ostia zu erforschen. Im Jahr 2020 wurde das Projekt um ein Graduierten Kolleg erweitert, das sich der wissenschaftlichen Auswertung der Ausgrabungsarbeiten widmete. Im Frühjahr 2023 konnte erstmalig, im Rahmen des Deutschlandstipendiums, eine „Ostia-Themenklasse“ gegründet werden, welche sich mit der Ausgrabungskampagne sowie der Vor- und Nachbereitung befasste.

Die Altgrabungen werden erstmals auf neuestem Stand der Technik dokumentiert, bislang vernachlässigte Bereiche ausgegraben und alle Funde in ihrem historischen Kontext rekonstruiert. So lässt sich die Entwicklung der ersten Kolonie Roms erstmals bis zum Ende der Antike lückenlos verfolgen.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Axel Gering von der Humboldt-Universität zu Berlin in Kooperation mit der italienischen Antikenverwaltung, weiteren Universitäten und Forschungsinstituten, vor allem aber mit Studierenden der Humboldt-Universität zu Berlin finden jährliche Grabungs- und Dokumentationskampagnen statt. 

Ziel ist die abschließende archäologische Publikation eines der wichtigsten Stadtzentren der römischen Welt, sowohl in Printmedien als auch online und als frei zugängliche 3D-Bauphasen-Modelle von der Frühzeit bis in die Spätantike.

 

Ostia Forum 

900 Jahre Bau- und Verfallsgeschichte des Forums bzw. Stadtzentrums von der – bis heute unklaren – Gründung des Forums von Ostia bis zur endgültigen Aufgabe stehen dabei zur Untersuchung. 

Auf dem bisher ausgegrabenen antiken Stadtgebiet kann man die überdurchschnittlich gut erhaltenen Reste des Forums sowie des Theaters, von Thermen, Latrinen, Gräbern, mehrstöckigen Mietshäusern, Handelsvertretungen, Bäckereien, Färbereien, Tavernen, Bordellen und der Stadtmauer sowie einen Friedhof vor dem Stadttor an der Via Ostiense nach Rom besichtigen. In vielen Bauten sind noch die Fußbodenmosaiken und Marmordekorationen sowie antiken Decken erhalten. 

Die außerordentliche Bedeutung dieser Stätte – als Spiegel der Kapitale Rom – ergibt darüber hinaus auch Material für viele neue Forschungsansätze zur Wirkungs- und Kulturgeschichte bis in die Gegenwart.

 

Die Teilprojekte 

Ein erster Teil wurde in den Jahren 2016 bis 2022 realisiert. Zwischen 2017 und 2019 konnte ein erster Hauptaltar freigelegt werden, an dem nachweislich Apollo verehrt worden war. 2022 endete das Ostia-I-Projekt, noch bevor weite Teile des Heiligtums freigelegt werden konnten. Durch Einwerben weiterer Mittel ermöglicht die Stiftung die Fortsetzung des Projekts in den Jahren 2023 bis 2026.

Die verbliebenen Restmittel der Ausstellung im Tieranatomischen Theater anlässlich des 26. Stiftungstreffen in 2022 konnten für eine „Ostia-Themenklasse“ umgewidmet werden. Dank der Unterstützung unserer Förderinnen und Förderern konnten insgesamt fünf Deutschlandstipendien mit direktem Arbeitsbezug für Ostia gewonnen werden. Die Laufzeit der Stipendien reichte vom April 2023 bis März 2024, sie umfasste damit die große Ausgrabungskampagne 2023 sowie eine Frühjahrskampagne zur Aufarbeitung der Funde im Frühjahr 2024.

Aktuelles

Große Erfolge

Im Sommer 2023 begann die bis dato größte Ausgrabungskampagne, die sich auf die vollständige Freilegung des 2019 gefundenen Bodenaltars und die Erweiterung der Grabungsfläche südlich davon konzentrierte. Neue Funde, darunter ein weiterer Altar und ein großes Tuffpodium, das möglicherweise einen noch älteren Altar darstellt, bieten tiefere Einblicke in die Kultgeschichte von Ostia. Vom Heiligtum selbst konnte erst während der Grabungen 2024 das unterste Niveau, sprich die früheste Phase des Heiligtums auf dem gewachsenen Boden zutage gefördert werden. Im Herbst 2025 fand die letzte große Ausgrabungskampagne im TFR-Heiligtum im Zentrum von Ostia statt. Plangemäß konnte das bislang größte verbliebende Areal bis auf den unberührten Boden ausgegraben werden. 

Dank zahlreicher Kolloquiumsbeiträge und deren prompter Publikation vertieft sich die Erkenntnis in der internationalen Fachwelt, dass das seit 2016 schrittweise entdeckte und ausgegrabene „TFR-Heiligtum“ eine fundamentale Neuerung zur Stadtgeschichte Ostias, zum Datum und den Umständen seiner Gründung, zur römischen Religionsgeschichte insgesamt und zur ‚großen‘ Geschichte der politischen Expansion Roms darstellt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Ostia-Forum Projekts. 

Ihre Unterstützung

Nur dank der großzügigen Spenden unserer Förderinnen und Förderern kann die Ausgrabung in Ostia seit Jahren unterstützt werden. Sollten Sie weitere Fragen bezüglich des Projekts haben, können Sie uns gerne kontaktieren.