Ukrainische Berlintexte und Literaturtheorie

Von Berliner Straßenszenen bis zur Literaturtheorie: Anthologie und kommentierte Textsammlung – Zwei Projekte aus der Slawistik der Humboldt-Universität unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Frank

Die Züge gehen nach Berlin

In diesem Projekt ging es um die Konzeption, Erstellung, wissenschaftliche Edition und Publikation einer Anthologie, die Berlin in den 1920er Jahren aus ukrainischer und jiddischer Perspektive zeigt. Gedichte, Feuilletons, Romanauszüge und Reportagen lassen die Stadt als Ort des Aufbruchs, der Freiheit und kultureller Vielfalt lebendig werden. Dabei treten bislang vergessene Stimmen in den Vordergrund und eröffnen neue Perspektiven auf das kulturelle Leben der Metropole.

Die Anthologie legt für die Auswahl das Territorium der heutigen Ukraine zugrunde, weshalb auch Texte von Autor:innen aus Galizien, das in der Zwischenkriegszeit zu Polen gehörte, dazu genommen werden. Somit versammelt sie Texte aus drei Sprachen: Übersetzungen aus dem Ukrainischen und Jiddischen sowie deutsche Originale. Damit wird ein bislang weitgehend unbekanntes Kapitel der Berliner und osteuropäischen Kulturgeschichte wieder zugänglich gemacht.

Die Anthologie „Die Züge gehen nach Berlin“ ist im Frühjahr 2026 im Arco Verlag erschienen.

 Literatur als Kommunikation

Der ukrainische Beitrag zur europäischen Literaturtheorie des 20. Jahrhunderts

Ein weiteres Projekt unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Susanne Frank widmete sich der ukrainischen Literaturtheorie des 19. und 20. Jahrhunderts. Ziel war die Erstellung einer kommentierten Textsammlung zentraler Werke, die erstmals in deutscher Übersetzung zugänglich gemacht und in ihren europäischen Kontext eingeordnet wurde.
Ein Team aus Doktorand:innen und Postdocs der Humboldt Universität arbeitete an Übersetzungen, Kommentaren und Einleitungen. Die Förderung der Stiftung Humboldt-Universität ermöglichte die Finanzierung von Übersetzungs-, Editions- und Druckkosten – ein nachhaltiger Beitrag zur Sichtbarkeit der ukrainischen Literaturtheorie und zur Stärkung der HU-Slawistik.

Der Band „Literatur als Kommunikation. Ukrainische Beiträge zur europäischen Literaturtheorie des 20. Jahrhunderts“ ist ebenfalls im Frühjahr 2026 im Arco Verlag erschienen.

 

Jiddische Literaturtheorie

In einem Folgeprojekt, ebenfalls gefördert durch die Stiftung in den Jahren 2026 bis 2027, entsteht ein zweisprachiger Reader mit Grundlagentexten der jiddischen Literaturtheorie und -kritik des früheren 20. Jahrhunderts. Es knüpft an das vorhergehende Projekt zur ukrainischen Literaturtheorie an, aus dem es sich ergeben hat, dass sich ukrainische und jiddische Literaturtheorie in Nachbarschaft und engem Austausch miteinander entwickelten. Der avisierte Reader soll eine Lücke in der deutschsprachigen Forschungs- und Publikationslandschaft schließen. Er wird voraussichtlich im Herbst 2027 erscheinen.

Ihre Unterstützung

Die Stiftung Humboldt-Universität konnte dank der Spenden ihrer Förderinnen und Förderer die Veröffentlichung beider Werke – der Anthologie und Textsammlung – ermöglichen.

Wenn Sie gerne das Folgeprojekt zur Jiddischen Literaturtheorie unterstützen möchten, freuen wir uns über eine Spende unter dem Betreff „Spende Jiddische Literaturtheorie“ an das Spendenkonto der Stiftung:

Stiftung Humboldt-Universität, IBAN DE04 2012 0100 1012 5477 00, BIC: WBWCDEHHXXX

Sie erhalten selbstverständlich eine Spendenbescheinigung.

Bei Fragen zu den Projekten oder zur Spende an die Stiftung können Sie uns gerne kontaktieren.