ArborFutura: Arboretum der Zukunft

Nachhaltigkeit und „third mission“ gehören in den letzten Jahren zu den wichtigsten Schwerpunkten der Humboldt-Universität zu Berlin. Wir freuen uns sehr Ihnen ein Projekt vorzustellen, das im Herzen Berlins diese Vorhaben verknüpft: das Arboretum der Zukunft, kurz ArborFutura.

In ArborFutura soll die Forschung zur Ansiedlung von diversen Pflanzenarten und die Einbindung der Stakeholder in Citizen Science Formate zu einer nachhaltigen Neugestaltung einer innerstaatlichen Grünoase führen.

Hintergrund
Nachhaltigkeitswandel

Bürokratische Notwendigkeiten und finanzielle Zwänge stehen einem Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft vielfach entgegen. Sogar auf einem Hochschulcampus, der als Ort der Begegnung von gesellschaftlicher Wechselwirkung und ideeller Prägung lebt, bleibt damit eine Chance ungenutzt, den Umgang des Menschen mit der Natur und deren Schutz über Interessens- bzw. Altersgruppen hinweg zu verankern.

Ein nachhaltiger Wandel kann dabei nur gemeinsam mit der Bevölkerung und Expert:innen vom Fach vollzogen werden. Hier spiegelt sich die third mission einer Universität wieder: die Notwendigkeit, in einen Austausch mit der Gesellschaft zu treten und das Fachwissen mit Alltagserkenntnissen und Nutzungsinteressen zu verknüpfen – mit dem gemeinsamen Ziel eine nachhaltige Umgebung zu schaffen.

Der Campus Nord der Humboldt-Universität zu Berlin eignet sich einmalig als Ort dieses Experiments. Das innerstädtische Kleinod im historischen Berlin verfügt über eine Parkanlage mit umfangreich dokumentiertem Gehölzbestand und floristischer Vielfalt. In geschützter Lage beherbergt der Begegnungsort das Potential in ein “Arboretum der Zukunft“ – einem städtischen Funktionsraum mit einem nachhaltig-biodiversem Flächenpflegekonzept – transformiert zu werden.

Ziel
ArborFutura als Katalysator für Campuswandel

ArborFutura erforscht am Beispiel des Hochschulcampus, wie viel Raum Natur in den öffentlichen Funktionsräumen haben darf und soll, wie Natur nachhaltig auf innerstädtischen Nutzflächen zu bestehen vermag und wie Campusflair und Nachhaltigkeitsdenken wirksam transportiert werden können.

In dem interdisziplinären Projekt werden die Funktion und Fragilität der hochdynamischen urbanen Ökosphäre des Campus Nords erfasst. Dabei werden seine biogische Vielfalt und die saisonalen Wechselwirkungen berücksichtigt. Das Projekt umfasst eine Reihe von erleb- und fühlbaren Ereignissen, mit dem Ziel, die Biodiversifizierung des Areals voranzutreiben und einen nachhaltigen Umgang mit Arten- und Klimaschutz an der Hochschule zu verankern.

Methode
Kleinod als Reallabor für die Citizen Science

ArborFutura ist Transformationsforschung.

Das Projekt setzt auf eine Veränderung von Grünflächenmanagement mit der Wiederansiedlung gebietsheimischer Wildpflanzen sowie der Berücksichtigung biodiverser Pflanzungen. Der Campus Nord wird zum Reallabor, in dem die Hochschulgemeinschaft gleichermaßen forscht wie erforscht wird und die Art sowie den Verlauf der Aktivitäten eines Nachhaltigkeitswandels mitsteuert.

Vierteljährlich werden Erfinderische Expeditionen durchgeführt, bei denen Bürger:innen gemeinsam mit Forschenden in teilgeführten Spaziergängen das Areal um den Campus Nord im saisonalen Wechsel beobachten und erforschen. In den ersten zwei Jahren werden zudem Saatgut- und Pflanzaktionen ebenso wie (Insekten-)Zählaktionen auf dem Campus organisiert. So soll erreicht werden, gemeinsam mit Bürger:innen die Vielfalt gebietsheimischer Pflanzen auf dem Campus Nord zu erhöhen, wodurch wiederum die Diversität tierischer Interaktion erhöht wird. Den Erfolg dieser Maßnahmen wird gemeinschaftswissenschaftlich (Citizen Science-basiert) erfasst und als Komponente der jährlich stattfindenden ökologischen Übungen des Biologiestudiums angeboten.

Weiterhin ist es geplant, den Campus auf eine vermehrt ökologische Bewirtschaftung umzustellen, um Arten- und Naturschutz zu verankern und im Rahmen zukünftiger Baumaßnahmen das “Arboretum der Zukunft” auf dem Campus durch biodiverse Neupflanzungen zu verstetigen. Diese Aktivitäten begleitend beabsichtigen wir weiterhin Patenschaften zur Pflege der Flächen hochschulintern und -extern zu vermitteln.

 

Umsetzungskonzept

ArborFutura wird als dreijähriges Realforschungsprojekt umgesetzt und von Prof. Dr. Susann Wicke der AG Systematische Botanik und Biodiversität des Instituts für Biologie der HU geleitet. Weitere Kooperationspartner sind die Stiftung AlltagForschungKunst und das Museum für Naturkunde.

In den kommenden 36 Monaten entstehen insbesondere Personalkosten für eine:n wissenschaftliche:n Mitarbeiter und eine studentische Hilfskraft, die sich mit der Umsetzung des Projektes, Durchführung und Evaluation der Citizen Science-Formate sowie der Erarbeitung von konkreten Biodiversifizierungsmaßnahmen beschäftigen werden. Zusätzliche Kosten sind mit den Sachmitteln für die Erfinderischen Expeditionen und weiteren Workshops sowie mit der Öffentlichkeitsarbeit verbunden.

Helfen Sie beim Campuswandel

Die Stiftung Humboldt-Universität möchte den Nachhaltigkeitswandel und das Projekt ArborFutura der Humboldt-Universität unterstützen.

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